Philosophie mit Feder und Pinsel – Gerschoms Kunstsite

Malewitsch – Alogismus 29

Malewitsch – Alogismus 29

Zu meinem künstlerischen Schaffen

Meine künstlerische Entwicklung ist durch die Spannung zwischen Bild und Text geprägt. Ausgehend von Fotografie, Fotomontage und Fotodesign entwickelte ich im Laufe der Jahre eine zunehmend größere Skepsis gegenüber dem Abbild und seinem vermeintlichen Wahrheitsgehalt. Ich wandte mich dem geschriebenen Wort und seiner kalligraphischen Gestaltung zu und entwickelte diverse bildnerische Strategien, um visuelle Interpretationen von Texten, auch in größeren Bildformaten, zu schaffen.

Dieses Verfahren ist dem verwandt, was Jacques Derrida als „Dekomposition“ bezeichnet. Dabei lasse ich den Widerstreit zwischen dem Griechen und dem Hebräer in mir zu. Der erste fragt, wie die verwendeten Begriffe des Textes zu bestimmen sind und welcher Sinn sich aus ihrer besonderen syntaktischen Verknüpfung ergibt. Der andere fragt nach der Bedeutung der Wörter, nach ihrem semantischen Feld, nach den Bildern und Stimmungen, die ich mit den Wörtern verbinde. In diesem Verfahren ist der Prozess des Schreibens von Hand – in meiner persönlichen Handschrift oder einer älteren Schrift – von zentraler Bedeutung.

Der Duktus der Schrift, Farbe und Materialität der Schreibflüssigkeit sowie des Beschreibstoffes sind bestimmende Elemente des visuell gestalteten Textsinnes. So bezeichne ich mein Vorgehen nicht als „Dekomposition“, sondern als „Philosophie mit Feder und Pinsel“.

Die Konstante im Fluss meiner Arbeit ist ihr inhaltlicher Fokus: die Hoffnung und ihre Gefährdungen. Hoffnung bedeutet für mich, dass eines Tages in dieser Welt der Mensch dem Menschen ein MENSCH ist und dieser mit der Natur versöhnt lebt.

Wenn Sie eine ausführlichere Fassung dieses Textes lesen mögen: Gerschom – künstlerische Entwicklung und ästhetische Position
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