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Paradigma

Paradigma

Vorträge

Zu den philosophischen Themen, die auf meiner Website angesprochen werden, biete ich Vorträge und Seminare an. Dabei wird vorher zwischen Ihnen und mir das jeweilige Vortrags- oder Seminarthema in den Grundzügen abgesprochen. Zum Rahmen der Absprache folgen einige Beispiele:


Philosophie des Alters

Im Jahr 172 v. Chr. verfasste Marcus Tullio Cicero die Schrift De senectute (über das Alter)Der Vortrag beschreibt, wie der Autor sein Thema in vier Komplexen abhandelt: die Einschränkung der Tätigkeitsfelder im Alter, das Schwinden der körperlichen Kräfte, der Verlust sinnlicher Freuden und die Nähe des Todes.

In vielen Punkten ist die Argumentation heute noch stichhaltig, manches sehen wir heute wohl anders. Unter Rückgriff auf Befunde der Altersforschung wird diese Spanne diskutiert. Dabei zeigt sich, dass die Auseinandersetzung mit Ciceros Gedanken auch da, wo wir ihm nicht zustimmen, anregend ist, unsere eigene Sicht des Alters zu bestimmen.

Philosophie der Gesundheit. Das Salutogenese-Modell Antonovskys neu gelesen

Mit dem Konzept der Salutogenese hat der Soziologe Aaron Antonovsky (1923-1994) ein sehr komplexes gesundheits­wissenschaftliches Modell entwickelt. Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass Menschen, die hoch traumatisiert waren (Shoa-Überlebende), ihre Traumata aus eigener Kraft bewältigen konnten. Das Konzept hat in der Gesundheitswissenschaft nur geteilte Zustimmung gefunden, und wenn, wurde es weitgehend auf das Moment der Resilienz (psychische Widerstandskraft) reduziert.

Der Vortrag zeichnet aus philosophischer Sicht die Hauptlinien nach, wobei alle Dimensionen des Modells gewürdigt werden: schicksalhafte Fakten vs. menschliche Gestaltungskraft über die Umstände, Resilienz und die geistigen und sozialen Faktoren, die das Gesundheitsgeschehen beeinflussen. Damit schält sich aus dem Modell eine Anleitung heraus, Gesundheit und Krankheit im eigenen Leben mit Realitätssinn und Optimismus zu begegnen.

Bilder des Herzens (Bildervortrag)

Das Herz ist wohl das Organ des Menschen, mit dem er mehr und intensivere Gefühle verknüpft als mit allen anderen Körperorganen. Das schlägt sich auch in den künstlerischen Darstellungen des Herzens nieder. Anhand zahlreicher Bilddarstellungen, anatomischen und rein künstlerischen bzw. Werken der Volkskunst, von der ägyptischen Kunst bis zur Gegenwart, geht der Vortrag der Frage nach, welche Bedeutungen das Herz in den verschiedenen Epochen hatte und welche Vorstellungen von einem guten Leben damit verknüpft waren und sind. In Verbindung damit werden auch psychosomatische Befunde der modernen Medizin gestreift.

Bild und Bilderverbot im christlichen Abendland

Bevor Bildwerke „Kunst“ waren, waren sie schlicht Bilder. Das Bild im religiösen Bereich war im Christentum von Anfang an umstritten. Der Vortrag verfolgt die wichtigsten Etappen des Bilderstreits in Byzanz und seines Ausgreifens in den Westen, wo Johannes Scotus Eriugena (ca. 810 bis nach 877), gestützt auf die Schriften des Pseudo-Dionysios Areopagites, die für das Mittelalter lange gültige neuplatonische Ästhetik formuliert: Das Bild ist sinnlicher Abglanz einer jenseitigen Wirklichkeit und Schmuck, es spricht uns über die Gefühle an und führt auch den Nicht-Lesekundigen die Heilstatsachen vor Augen.

Nach einem Blick auf die Bildskepsis im hohen und späten Mittelalter (Bettelorden, Hussiten) werden die Bilderkämpfe in der Reformation thematisiert. Die Bilderstürmer, Luther sowie Calvin und Zwingli, sind sich einig in der Ablehnung des Bildgebrauchs der römischen Kirche, unterscheiden sich aber deutlich in Radikalität und Stoßrichtung der Ablehnung. Die Gegenreformation bekräftigt den religiösen Bildgebrauch und stellt das Bild in den Dienst ihrer Propaganda. Abschließend wird am Beispiel Caspar David Friedrichs ein Ausblick auf die sakrale Dimension des Bildes unter den Bedingungen der Säkularisation gegeben.

Die Schönheit des lateinischen Alphabets (Bildervortrag)

Nach einem kurzen Überblick über die Entstehung der abendländischen Schriften und frühe Formen der lateinischen Schrift wird die Ausbildung des lateinischen Alphabets in Spätantike und Mittelalter behandelt. Dabei wird auch auf die verschiedenen Schrifttypen, Lapidarschrift, Buchschrift, Kursive und Urkundenschriften, sowie auf Schreibtechnik, ‑werkzeuge und ‑materialien eingegangen. Im Zentrum stehen die Schriften in der St. Galler und Reichenauer Buchproduktion, die Buchschrift karolingische Minuskel, die Auszeichnungsschriften Capitalis Monumentalis, Unziale, Capitalis Rustica und deren Kombinationen, sowie die Initialen, von den einfachen bis zu den hochkomplexen Formen. Es folgen Beispiele gotischer Schriften, die Rückkehr zur Minuskel in der Renaissance, Kanzleischriften und deutsche Kurrent. Ein kurzer Blick wird auf die „lateinische“ und „deutsche" Schrift (u. a. Sütterlin) im 19. und 20. Jh. sowie auf die Kalligraphie in dieser Zeit und auf die Diskussion um die Handschrift in der Gegenwart geworfen.

Organisation und Kosten

Die Vortragsdauer liegt nach Absprache zwischen 45 und 60 Min, anschließend sollte noch Raum für Fragen und Diskussion sein, sodass eine Gesamtzeit von 90 Min nicht überschritten wird. Richtsatz für das Honorar sind 180 Euro. Ort ist in der Regel ein Raum in Ihrer Institution.

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